Spirituelle Impulse der Schulseelsorge

Katholikentag 2018

Liebe Schulgemeinde,

jetzt geht es los. In wenigen Tagen beginnt hier bei uns in Münster das Großereignis "Katholikentag 2018". Meine Vorfreude ist riesig. Ich hoffe auf interessante Gedanken, einen lebendigen Austausch, gute Begegnungen, berührende Gottesdienste, sonniges Wetter und vor allem auf ein friedvolles Beisammensein. Wir Menschen leben nicht nur aus uns selbst heraus. Wir leben durch den anderen, und der gläubige Mensch lebt auch aus Gott.

"Suche Frieden" - ein Wort, das offen und eindeutig ist, das alle ansprechen kann. Eine Wort und eine Sehnsucht, aus der jeder Mensch lebt, besonders der, der im Krieg lebt oder bei dem sich Kriegserfahrungen tief in seine Seele eingegraben haben. Ich gehöre zu den Menschen, die einen Krieg bislang nicht direkt erlebt haben und nicht erleben mussten. Das erfüllt mich selbst mit tiefer Dankbarkeit - wohlwissend, dass das nicht selbstverständlich ist. Wie viele Menschen werden durch Kriege um ihr Leben betrogen, sterben oder haben keine Lebensperspektive! Die brutalen Kriegsbilder in den Medien machen mich sehr traurig und auch zornig. Ich wünsche mir für den Katholikentag und für unser Leben ein Klima der Versöhnung und des Friedens. Mögen wir alle spüren, dass wir alle zu Gottes wunderbarer Schöpfung gehören, die ER uns anvertraut hat. Mögen wir sie stets als großes Geschenk bewahren und in Frieden auf ihr leben.

Schülerinnen und Schüler einer 10. Klasse der Friedensschule haben für die Eröffnungsfeier am kommenden Mittwoch auf dem Domplatz das so formuliert:

Wenn einer zu lachen beginnt,
wo Menschen traurig sind.
Wenn einer zu tanzen beginnt,
wo andere im Stillstand sind.
Wenn einer zu lieben beginnt,
wo andere voller Hass sind.
Da fängt der Friede an.
Wenn einer zum gemeinsamen Handeln einlädt,
wo andere nur an sich denken.
Wenn einer zu helfen beginnt,
wo andere ignorant sind.
Wenn einer aufhört zu schießen,
wo andere noch kämpfen.
Da fängt der Friede an.

Wenn einer zu protestieren beginnt,
wo andere schweigen und Rechte vergessen.
Wenn einer zu laufen beginnt,
wo keine Wege mehr sind.
Wenn einer zu lieben beginnt,
wo andere einsam sind.
Da fängt der Friede an.
Wenn einer zu kämpfen beginnt,
wo andere in Schwierigkeiten sind.
Wenn einer zu tanzen beginnt,
wo andere traurig sind.
Wenn einer zu leuchten beginnt,
wo andere im Dunkel sind.
Da fängt der Friede an.

In wünsche uns friedliche und segensreiche Tage.
Ihr
Thomas Laufmöller (Schulpfarrer)