Besuch aus Brasilien

Zum wiederholten Male besuchte in diesen Tagen Wellington Santana Freire die Friedensschule. Er ist der Geschäftsführer der Fundacao Terra, die seit nunmehr fast 35 Jahren unter dem Namen „Müllstraße“ am Rande der Stadt Arcoverde im semiariden Nordosten Brasiliens bekannt geworden ist. Vor knapp 30 Jahren hatte der stellvertretende Schulleiter der Friedensschule, Herr Christoph Feder, die Kontakte zu Pater Airton Freire, dem Gründer der Müllstraße, geknüpft, und seit dieser Zeit unterstützt die Friedensschule dieses segensreiche Projekt, dessen Ziel es von Anfang an war, den gesellschaftlich Benachteiligten eine Stimme zu geben und ihnen Grundlagen zum Leben zu sichern.

Der Film, den Wellington Schülern verschiedener Jahrgänge zeigte, machte deutlich, was die Müllstraße heute ausmacht, ging aber auch in Retrospektiven immer wieder in die Anfänge der Müllstraße zurück, die geprägt war vom Leben in einfachsten Hütten, vom Sammeln von Lebens- mittelresten und wiederverwertbaren Stoffen auf der Müllkippe, vom Zerschlagen von Felsbrocken zu Schotter (nur mit Hämmern) oder vom Herstellen von Lehmziegeln zum Bau von kleinen Häusern.

Auch heute liegen die Bereiche „Soziales“ und „Bildung“ im Zentrum der Arbeit. So betreibt die Fundacao Terra eine Kinderkrippe für 240 Kinder, eine Schule für jüngere Schüler, eine Außenstelle für 192 Kinder im ländlichen Bereich, ein Haus der Brüderlichkeit für arme Studenten in Recife sowie ein Zentrum für Obdachlose, das Kleidung Nahrung und Hygiene bietet.

Sehr wichtig ist auch das große Zentrum für Rehabilitation, das medizinische Hilfe in verschiedenen Bereichen anbietet und teilweise vom Staat unterstützt wird und in die ganze Region hineinwirkt.

Wichtig ist den Verantwortlichen der Müllstraße auch die berufliche Ausbildung z. B. in Tischler- und Schweißerkursen, damit die Menschen bei der sehr hohen Arbeitslosigkeit in Brasilien eine bessere Perspektive haben.

All dies ist nur durch die Spenden und das freiwillige Engagement von Menschen möglich, die ihre Arbeitskraft zweitweise in den Dienst der Fundacao Terra stellt.

Das Ziel der Müllstraße bleibt auch nach fast 35 Jahren dasselbe: jenen Menschen Gehör zu verschaffen, die es am meisten verdient haben.

Äußerst hilfreich beim diesjährigen Besuch war die neue Kollegin Bianca Luig, die mit ihren hervorragenden Portugiesisch-Kenntnissen dolmetschen konnte.

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