Exkursion nach Kalkriese 2017

Der Historiker Cassius Dio findet eine plausible Antwort: "Als aber Quintilius Varus den Oberbefehl über Germanien übernahm und sie zu rasch umformen wollte, indem er ihre Verhältnisse kraft seiner Amtsgewalt regelte, ihnen auch sonst wie Unterworfenen Vorschriften machte und von ihnen wie von Untertanen Tribut eintrieb, da hatte ihre Geduld ein Ende" (Dio 56, 18, 1).
Aus heutiger Sicht ist die Reaktion verständlich. Aber konnten die vereinzelt agierenden germanischen Stämme dieser zentral organisierte Militärmacht trotzen? Die nur lose verbündeten Germanen besiegen 3 schwer bewaffnete römische Legionen in der sumpfigen Provinz. Ja, es gelang ihnen tatsächlich, ihre Ortskenntnis, ihre leichte Ausrüstung und ihre am Gelände orientierte Kampfart könnten das erklären. Für Varus, für Kaiser Augustus und für Rom war das eine Katastrophe, denn der Verlust von ca. 15.000 Soldaten ist für Rom ein schwerer Rückschlag. Das alles haben die Schüler und Schülerinnen der EF beim Museumsrundgang erfahren. Der Gang durch das Feld zeigt den, wie Forscher heute vermuten, historischen Kampfplatz. Denn hier haben Archäologen Münzfunde, Speerspitzen, Metallreste etc. gemacht, die den wahrscheinlichen Hergang der Schlacht erklären können. Momentan arbeiten die Wissenschaftler an der Klärung der Frage, ob der Ort möglicherweise sogar ein Lager der römischen Soldaten gewesen sein könnte.
Ein herzliches Dankeschön richtet die Fachschaft Geschichte an den Förderverein, dessen Spende diese Fahrt erst möglich gemacht hat. [DET]