Verabschiedungen im Kalenderjahr 2018

Zum Schuljahresende

Live is short, no time to wait...! - 7 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlassen die Friedensschule
So naht auch in diesem Jahr der vorletzte Akt des Schuljahres 2017/18 in der Aula der Friedensschule. Am Folgetag werden noch die Zeugnisse verteilt und dann ist das Schuljahr Geschichte. Geschichte und Geschichten werden nun aber erst einmal das Thema dieses Nachmittags sein. Es beginnt zunächst harmlos mit Kaffee und Kuchen, ehemalige und aktive Kollegen und Mitarbeiterinnen freuen sich über das Wiedersehen. Aber irgendwann waltet der Schulleiter als Zeremonienmeister seines Amtes und ruft zur Ordnung, Gespräche verebben allmählich und ihm gehört die Aufmerksamkeit, denn jetzt beginnt das wohlbekannte Szenario der Verabschiedung.
Anfangs gelten unsere guten Wünsche für die Zukunft zwei jungen Menschen, Johanna Lindenbaum und Christopher Pott, die an der Schule im Bundesfreiwilligendienst die Sozialarbeit unterstützt, Wandertage begleitet oder die Jugendlichen im Gespräch vorbildlich gestärkt haben. Ihnen steht nun mit dem Eintritt in eine neue Ausbildungsphase der Weg ins Erwachsenenleben offen. Wer erinnert sich nicht gerne an diese spannende Zeit zurück?
Mit Matthias Lohmann verlässt außerdem jemand die Friedensschule, der der Sozialen Arbeit geholfen hat, Mutterschutz und Elternzeit von Anja Schütte kompetent zu überbrücken. Nun kehrt sie mit dem neuen Schuljahr zurück, Matthias Lohmann wird andernorts seine Tätigkeit fortsetzen. Dafür haben sich auch zwei Kolleginnen entschieden, die sich nach den Ferien aus familiären Gründen in Bad Bentheim und Lüdinghausen neu verwurzeln werden. Mit Eva Bobbert verliert die FSM eine gestandene Bio-Sowi-Kollegin, leider. Dr. Maria Brinkschmidt ist an der Friedensschule ausgebildet und dann - laut Schulleiter -aufgrund der "hohen Passung von FSM und BRI" in den aktiven Dienst übernommen worden. Ulrich Bertram, die Vertreter der Fachschaften, der Eltern und Schülerinnen wünschen allen fünf nun ehemaligen Mitarbeitern für die Zukunft Besonnenheit, Freude und Gottes Segen.

So make it right - Bleib´lucky, Angelika!
Und spätestens jetzt haben alle Anwesenden den Kuchen verputzt und den Kaffee getrunken, nicht auf;-), sodass die Verabschiedung der Kollegen beginnen kann, die das Pensionärsalter erreicht haben und damit in eine zunächst einmal etwas unsichere Übergangsphase zwischen aktivem Schaffen und neuen Aufgaben eintreten. Diese beiden, das sei vorab gesagt, können mit Fug und Recht als Friedensschulurgesteine bezeichnet werden, obwohl die FSM bereits 11 Jahre Bestand hatte, als Angelika Lackamp am 01.08.1980 ihren Dienst antrat. Dennoch, 38 Jahre lang hat sie an der Friedensschule gewirkt, hat ihre Ideen eingebracht und umgesetzt. Dies betont auch Ulrich Bertram, der zunächst eine wichtige persönliche Gemeinsamkeit hervorhebt, die ihn mit der Mathe- und Sportlehrerin verbindet: die Liebe zur Hansestadt Hamburg. Die Kollegen und Kolleginnen unterstreichen das, was für Angelika Lackamp gilt wie für kaum eine andere Vertreterin ihrer Zunft: Bis zum letzten Tag bleibt sie ideenreich, kreativ und zupackend. Denn in ihrem letzten Dienstjahr noch hat sie als Fachvorsitzende ihre Sportkollegen mitgerissen und endlich wieder den beliebten Friedel-Cup organisiert, der nach einer 7-jährigen Ruhepause beinahe dem Vergessen anheimgefallen wäre. Aber auch die Excel-AG, die sie in den 80ern eingeführt hat, die Mühen um Kinder mit Rechenschwäche, die Leitung der Theater-AG-7/8 und die Koordination der langen Nacht gemeinsam mit Kira Jung sind (außer-) unterrichtliche Initiativen, die den Geist der Schule gestärkt und ausgebildet haben. Damit hat sie, so der Kollege Benjamin Borges, die "Latte hoch gelegt", sei für ihn zum Vorbild geworden - und dabei eben meist lucky (so wurde sie von Peter Heilborn genannt) geblieben. Die Sportlehrerinnen und -lehrer wünschen ein munteres BLEIB LUCKY! zum Abschied und tanzen ihre schönste Performance auf den eigens umgedichteten Song "Happy" von Pharrell Williams.

 

Sail away, you can fly on the wings of freedom
Nur ein halbes Jahr nach Angelika Lackamp trat Ulrich Distelkamp in den Dienst an der Friedensschule ein. Über Paderborn und Recklinghausen hatte er den Weg nach Münster gefunden, zum Glück. Denn Ulrich Distelkamp hat seine Überzeugung gelebt: Misch dich ein, wenn es die Sache wert ist! Bequem ist das gewiss nicht, Ulrich Bertram hätte sogar einen Brief an den ersten Schulleiter zitieren können, wenn auch nur ein Hauch von Zweifel an der Richtigkeit dieser Aussage bestanden hätte. Der Mathe-, Religions- und Musikkollege prägte in seinen nunmehr 38 Dienstjahren an der FSM einen unterrichtlichen Stil, der Schülerinnen und Schüler etwas zutraut, ihnen Verantwortung übergibt und sie als Gegenüber auf Augenhöhe wahrnimmt. So werden in seinen Mathekursen Minister für mathematische Problembereiche wie Bruchrechnung, Geometrie etc. benannt, das berichtet Wolfgang Kaiser als Elternvertreter, dessen Tochter zuhause begeistert über dieses Detail des Unterrichts erzählt hatte.
Die Licht- und Ton-AG kann in ihrer innerschulischen Bedeutung gar nicht hoch genug eingeschätzt werden, der musikalische Techniker Ulrich Distelkamp hat sie als Aufgabe gesehen, die Künstler optimal in Szene zu setzen, ihre Leistung mit Gespür für Tonalität zu umrahmen. Und diese Tätigkeit, alle FSM-Veranstaltungen zu unterstützen, hat er gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern, die er als verantwortungsvolle Teams zu formen verstand, viele Jahre bravourös gemeistert.
Im Jahr 2005 begann er eine zweijährige Fortbildung zum systemischen Berater, denn Beratung wurde erst mit dem Einsatz des Kollegen Distelkamp als genuin schulische Aufgabe verstanden. Als Beratungslehrer hat er auf viele Klassen, Schüler, Lehrer und Eltern eingewirkt, geholfen, wenn es im System knirschte. Das musikalische Arrangement der Fachgruppe Musik rahmt zahlreiche Beiträge von Kollegen ein, die Dank sagen wollen, für die Etablierung der Streitschlichter an der Schule, die Leistungen der Licht- und Ton- AG für die Theateraufführungen der AGs und der Fachgruppe Latein, deren Ehrenmitglied Uli ist. Die Mathematiker bringen es auf den Punkt, wenn sie DIS mit mathematischen Begriffen als "integrierenden Faktor" mit "problemlösenden Kompetenzen" beschreibt, wobei "die Wahrscheinlichkeit, ihn ersetzen zu können gegen Null" gehe. Nicht zuletzt rundet ein liebevoll gestalteter Film- und Fotobeitrag der Fachgruppe katholische Religion schließlich das Erinnern an Geleistetes mit guten Wünschen für die Zukunft ab.
on the wings of freedom you can reach the sky [...]
[DET/STR]

Zum 1.2.2018

Das Schiff ist klar zum Auslaufen

Am Freitagmorgen trübte matschiger Schneeregen noch die Sicht, sodass viele Schülerinnen und Schüler verspätet an der FSM eintrudelten. Doch klarte der Himmel zügig auf, das Kollegium traf sich in der Aula, um den Protagonisten dieser Feier, Kapitän Grandt, in den Ruhestand zu verabschieden.

Ein Kind des Ruhrgebiets ist der Kollege, geboren in Gelsenkirchen Buer und zunächst tätig in Gelsenkirchen Ückendorf an der Hauptschule. Im Jahr 1981 kam er nach Münster an die Friedensschule und arbeitete hier zunächst mit einem befristeten Vertrag. Für Lehrer waren es stürmische Zeiten, die Siggi Grandt jedoch mit eingeholten Segeln und einer anschließenden Festanstellung überstand. Der Biologe übernahm in den 90er Jahren zudem einen Lehrauftrag an der WWU und konnte seine fachdidaktischen Kenntnisse auch für Studierende einsetzen.

An der FSM hatte Grandt zahlreiche Tutorenschaften, zuletzt auch eine Doppeltutorenschaft mit Eva Fahmüller, die als "ökumenisches Tutorenprojekt" lief. Im AG-Bereich der 5/6 konnte seine Affinität zum Qui Gong auch für Schülerinnen und Schüler nutzbar gemacht werden. Neues und Unbekanntes eröffnete er ihnen und auch den Kollegen, die den Mut besaßen, am Workshop "Qui Gong für Kollegen" teilzunehmen. 

So vergehen auch 37 Jahre beinahe wie im Fluge. Und rein äußerlich betrachtet hätte niemand geahnt, dass Siggi derjenige ist, der mit dem Ende des Halbjahres in See sticht.

In diesem Sinne wünschen wir "Mast- und Schotbruch!"

[DET]