Frieden machen

Eingreifen oder nicht? Mit oder ohne Waffen? Was ist Frieden? Diese und andere Fragen hängen in großen Lettern von der Decke der Aula und weisen auf sieben Stationen hin. "In vielen Krisenregionen arbeitet heute neben internationalen Truppen eine Vielzahl von zivilen Fachkräften mit dem Ziel, dauerhaft Frieden zu schaffen", erklärt Özdemir. Sei es früher der Krieg zwischen Staaten gewesen, bekämpften sich heute häufiger Parteien innerhalb eines Staates. Die Ausstellung informiert über die komplexe Situation in Krisengebieten.

An mehreren Stationen gibt es Spiele, bei denen die Besucher im Team beispielsweise eine Stadt nach dem Krieg wiederaufbauen müssen. Auch kurze Interviews sind Teil der Ausstellung. Sie geben Einblicke in die Sicht von Kriegsbetroffenen, Außenstehenden, die sich um Opfer kümmern und sich für Frieden einsetzen. Auch Soldaten kommen zu Wort, die in Kriegsgebieten im Einsatz waren.

Die Schüler der elften und zwölften Jahrgangsstufe haben die Friedensthematik bereits im Religions- und Politikunterricht aufgegriffen und die Ausstellung besucht. "Neue Denkanstöße" und die Erkenntnis, "wie vielfältig Frieden ist", nehmen sie mit. "An vielen Stationen kann man selbst aktiv werden, das hat mich bestärkt, in Konfliktsituationen einzugreifen", berichtet Franziska (16). Luisa hat spätestens bei der Musikstation einen Zugang zum Thema gefunden: "Wenn man genau hinhört, gibt es viele Songs, in denen Frieden eine Rolle spielt", sagt die 18-Jährige.

Regina Jacobs von der Schulabteilung des Bistums freut sich, dass mit Blick auf den bevor-stehenden Katholikentag jugendliche und erwachsene Besucher etwas über die "Chancen und Herausforderungen von Konfliktbewältigung und Friedensarbeit" erfahren. Der politische und gesellschaftliche Aspekt des Themas werde interaktiv aufbereitet, sagt Jacobs und motiviert dazu, die Ausstellung zu besuchen, denn: "Frieden ist keine Selbstverständlichkeit." Diesen Gedanken hebt auch Schulleiter Ulrich Bertram hervor: "An einem friedlichen Miteinander von Menschen, ob in der Schule oder in einem Staat, muss immer wieder gemeinsam gearbeitet werden."

Bis zum Ende des kirchlichen Großereignisses in Münster am Sonntag, 13. Mai, kann die Ausstellung in der Friedensschule besichtigt werden.

Ann-Christin Ladermann

Sibel Özdemir (links), Schulleiter Ulrich Bertram, Regina Jacobs (Mitte) und die Schülerinnen und Schüler der Friedensschule in Münster freuen sich über den Start der interaktiven Ausstellung "Frieden machen".

Wanderausstellung der Bundeszentrale für politische Bildung

Frieden machen
Eine Wanderausstellung der Bundeszentrale für politische Bildung zu zivilen Friedenseinsätzen für Schüler ab Klasse 9 zu Gast bei der Friedensschule.
In der Friedensschule wird in diesen Wochen eine Ausstellung gezeigt, passend zu dem Thema des diesjährigen Katholikentages "Suche Frieden". Die Ausstellung "Frieden machen", konzipiert von der Bundeszentrale für politische Bildung, befasst sich mit verschiedenen Facetten rund um das Thema Frieden. Darunter fallen beispielsweise die Fragen "Eingreifen oder nicht?", "Bleiben oder Gehen?", "Was ist Frieden?" und "Wo eingreifen?". Die Betrachter werden an dieser Station dazu angeregt, sich zu der Frage zu positionieren. Dazu können sie auf kleinen Schildern kurze Texte lesen, einen Kurzfilm anschauen oder sogar gemeinsam themenorientiert spielen.

An manchen Stationen gibt es Spiele, an denen die Besucher im Team z.B. eine Stadt nach dem Krieg wieder aufbauen müssen. In diesem Fall lernen sie, worauf zu achten ist, damit eine Gemeinschaft ensteht. Des Weiteren gibt es viele kurze Interviews, sowohl mit Betroffenen, als auch mit Außenstehenden, die sich um Opfer kümmern und für Frieden einsetzen. Man kann auch verschiedene Meinungen der Soldaten hören, die in Kriegsgebieten im Einsatz waren.

Diese Ausstellung bietet die Möglichkeit, ein Bild über die komplexe Situation in Krisengebieten zu entwickeln. Vor allem hinsichtlich des bald stattfindenden Katholikentages kann die Ausstellung dem jugendlichen, aber auch dem erwachsenen Betrachter einen reichen Zugewinn an Wissen über das Eingreifen in (inner)staatliche Konflikte bringen. Zu der Ausstellung sind auch Außenstehende herzlich eingeladen. Sie befindet sich noch bis nach dem Katholikentag in unserer Aula.
(Luisa Reintges, Q1/DET)

Zur Konzeption der Ausstellung schreibt die Bundeszentrale Folgendes:
Wenn ein Krieg beendet wird, ist noch lange kein Frieden. Immer wieder aufs Neue wird die Annahme widerlegt, man könne die Beilegung von Konflikten kurzfristig und rein militärisch erzwingen. Denn die meisten Konflikte haben strukturelle und langfristig wirksame Wurzeln – und lassen sich nicht nur militärisch lösen.

In vielen Krisenregionen sind heute zivile Friedenskräfte auf den unterschiedlichsten Feldern im Einsatz: Sie moderieren Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien, beobachten Wahlen, dokumentieren Menschenrechtsverletzungen, bilden Polizisten aus und unterstützen den Wiederaufbau der Verwaltung. Ziel ihrer Arbeit ist es, den Frieden dauerhaft zu sichern und Bedingungen zu schaffen, damit Auseinandersetzungen in Zukunft gewaltfrei ausgetragen werden.

Diese Arbeit wird gerade dann wenig wahrgenommen, wenn sie gelingt. Die Bundeszentrale für politische Bildung macht daher dieses noch junge globale Tätigkeitsfeld zum Thema einer Wanderausstellung. Die Schau, die sich insbesondere an Schüler richtet, stellt die zentralen Instrumente und Prinzipien ziviler Friedensarbeit vor, setzt sich aber auch mit ihren Kontroversen auseinander: Soll man sich überhaupt in Konflikte anderer Länder und Gesellschaften einmischen? Wie könnte ein Eingreifen aussehen und wie ist das Verhältnis zu militärischen Operationen? Wer definiert den Erfolg? Was ist überhaupt Frieden und kann man Frieden wirklich machen?

Die Ausstellung wurde durch den Verein Politikmuseum e.V. kuratiert.

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