"Gott, lass meine Gedanken sich sammeln zu dir ..."

Sammlung. Meditation. Stille. Gebet.

Nicht unbedingt typische Elemente im Alltag 16-18jähriger. In einem abgelegenen Dörfchen auf den Hügeln Burgunds/Frankreich sind das selbstverständliche Inhalte des alltäglichen Lebens - bei der Brüdergemeinschaft von Taizé. Jede Woche sind dort Jugendliche, oft tausende, aus aller Welt zu Gast und teilen das einfache Leben der Mönche in Gebet, Arbeit und im Austausch über "Gott und die Welt".

Eine kleine Gruppe unserer Oberstufenschüler verbrachte im Rahmen der Projekt- und Wanderwoche mit Religionslehrerin Julia Göbel und Pastoralreferent Marcus Porsche eine intensive Woche an diesem besonderen Ort, zusammen mit tausend Jugendlichen aus allen Teilen der Erde. In Gesprächsgruppen tauschten sie sich über ihren Glauben und ihr Leben aus, dachten über soziale und politische Fragen nach, knüpften neue Kontakte - im gemeinsamen Gebet, beim Singen, in Zeiten der Stille, im Spiel und auch in der gemeinsamen Arbeit. Denn der Gästebereich von Taizé wird von den Jugendlichen komplett selbst organisiert. So muss sich jeder einer Arbeitsgruppe anschließen, die für die ganze Woche einen bestimmten Dienst übernimmt. Unsere Friedensschüler waren Teil des abendlichen Kochteams in der zweitgrößten Küche Frankreichs. Das war schon eine interessante Erfahrung, mit menschengroßen Kochlöffeln in einem See von Tomatensoße herumzurudern.

Reich an Erfahrungen von Gemeinschaft über Kultur- und Landesgrenzen hinweg, an neuen Einblicken in sich selbst und andere kehren die Jugendlichen nun zurück in die Ferien daheim und bringen in ihre Familien und zu ihren Freunden hoffentlich ein wenig von dem einzigartigen christlichen Geist von Taizé mit, der Hoffnung und Vertrauen gibt, so schwierig und unerwartet das Leben manchmal sein mag:
"Gott, lass meine Gedanken sich sammeln zu dir. Bei dir ist das Licht, du vergisst mich nicht. Bei dir ist die Hilfe, bei dir ist die Geduld. Ich verstehe deine Wege nicht, aber du weißt den Weg für mich." (Gesang aus Taizé)

Julia Göbel