"Alle in einem Boot"- Integratives Segelprojekt der Friedensschule

"Es ist sportlicher Wind, jetzt ist Konzentration angesagt", spornt Trainer Michael Schulte von der Segelschule Overschmidt seine Schützlinge an. Windstärke drei, leichter Wellengang, wolkenloser Himmel über dem Aasee - besser können die Bedingungen für die 17 Schüler der Friedensschule kaum sein. Für acht Teilnehmer birgt die Begegnung mit dem nassen Element eine besondere Herausforderung: Sie entstammen syrischen und irakischen Flüchtlingsfamilien, die per Boot übers Mittelmeer geflüchtet waren. Diesen Kindern den Umgang mit den erlittenen Traumata und Ängsten auf maritim-spielerische Weise zu erleichtern, war die gemeinsame Projektidee von Schulsozialarbeiter Daniel Daßmann und Dorit Kleinen, Psychologin des Caritasverbandes und der Friedensschule. Daßmann leitet seit nunmehr acht Jahre die schulische Segel-Arbeitsgemeinschaft. "Da bot es sich geradezu an, die Teilnehmer der internationalen Klasse im wahrsten Wortsinn mit ins Boot zu nehmen", unterstreicht das Duo. Neben den Grundtechniken und Begriffen des Segelsports können die Kinder nicht nur ihre negativen Erfahrungen mit dem Thema Wasser bewältigen und ihre Ängste überwinden lernen. "Im Kontakt mit den restlichen Fünft- bis Neunklässlern", sagt Dorit Kleinen, "werden zugleich Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft, Toleranz, Konfliktfähigkeit, Teamgeist, Eigeninitiative und die Übernahme von Verantwortung gefördert." Dieser Lernprozess, ist sich das Duo sicher, vollziehe sich fast automatisch durch die gemeinsame Teamarbeit an Bord. Die Segelschule Overschmidt stellt Trainer und vier Boote an acht Nachmittagen jeweils für zwei Stunden zur Verfügung, die Stiftung "Mitmachkinder" übernimmt die Teilnahmekosten für die Geflüchteten. Zum Ausklang des spannenden Projekts lockt eine kleine Regatta sowie ein gemütlicher Ausklang gemeinsam mit den Eltern der Schüler. Erste maritime Erfolgserlebnisse wurden bereits am vierten Segelnachmittag deutlich: Die Kinder schafften es, bei Ostwind in zwei Stunden bis zur Torminbrücke und wieder zurück zum Bootsanleger zu kreuzen. "Das ist eine beachtliche Leistung", zeigten sich Dorit Kleinen und Daniel Daßmann beeindruckt.

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