Studientag 2017

Thomas Sternberg diskutiert mit Schülern der Friedensschule in Münster
Studientag stellt Integration von Flüchtlingen in den Mittelpunkt
Diskutieren, Ideen entwickeln und vor allem die Fragen stellen, die einen schon lange beschäftigen: Dazu erhielten am 8. Februar rund 150 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe Q1 der Bischöflichen Friedensschule in Münster die Gelegenheit. Prof. Dr. Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) und CDU-Landtagsabgeordneter, war Gastredner des diesjährigen Studientags zum Thema „Integration von Flüchtlingen: ‚Wir schaffen das!‘ – irgendwann vielleicht“. Er stellte sich den Fragen der jungen Frauen und Männer, die großes Interesse an dem Thema zeigten.
„Endlich können wir unsere Fragen mal direkt an einen Politiker richten und mit ihm sprechen“, freute sich Jana Wortmann. So wie die 18-Jährige nutzen auch viele ihrer Mitschüler die Gelegenheit. Von Maßnahmen zur Integration von Flüchtlingen über die Bekämpfung von Fluchtursachen bis zum Umgang mit der Partei Alternative für Deutschland (Afd) – die Themen, die die Schüler beschäftigen, waren breit gefächert.
„Noch immer ertrinken Flüchtlinge im Mittelmeer und noch immer wird in Deutschland zu wenig für die Menschen getan, die aus Not zu uns kommen“, brachte eine Schülerin ihren Unmut zum Ausdruck. Sternberg pflichtete ihr bei: „Man kann und muss immer noch mehr machen.“ Dennoch müssten auch die rund 21,7 Milliarden Euro gesehen werden, die im vergangenen Jahr für die Verbesserung der Flüchtlingssituation in Deutschland ausgegeben worden seien. Der Politiker hob die Bedeutung des Ehrenamts hervor: „Integration wird nicht allein von professioneller Hand zu leisten sein, viel hängt auch vom Ehrenamt ab, und das muss die Politik honorieren.“
Ein Thema, das den jungen Erwachsenen besonders unter den Nägeln brannte, betraf den Umgang mit Hass im Internet. „Was im Moment im Internet möglich ist, sind Bewegungen, die erschrecken lassen“, erklärte Sternberg. Die Anonymität verleite Menschen eher dazu, offen zu hetzen – besonders in den Sozialen Medien. Wie andere Politiker, die sich klar gegen rechtsorientierte Kommentare positionierten, erhalte er selbst regelmäßig schriftliche Beleidigungen oder Gewaltandrohungen. „Viele Menschen sind nicht ausreichend informiert, darum ist es wichtig, aufzuklären und zu diskutieren, so wie wir es heute hier tun“, betonte er.
Zu Beginn des Studientages hatte Sternberg die Schüler über die Hintergründe informiert, die zur Flüchtlingssituation geführt hatten. Dabei hob er vor allem einen Gedanken heraus: „Die Flüchtlingskrise ist nicht nur ein politisches Thema, sondern dahinter stecken vor allem Humanität und Menschlichkeit.“ Hinter jedem Flüchtling verberge sich ein Mensch mit einer eigenen Geschichte. Anschließend hatten die Schüler die Gelegenheit, in Arbeitsgruppen ein bestimmtes Thema zu vertiefen. So setzte sich eine Gruppe mit dem Asylverfahren auseinander, eine andere mit der Situation im Nahen Osten. Ein Schüler der Friedensschule erzählte von seiner Flucht, der Münsteraner Polizeipräsident informierte aktuell über die inneren Sicherheit in Münster.
Bildunterschrift: Rund 150 Schüler der Bischöflichen Friedensschule diskutierten mit Prof. Dr. Thomas Sternberg über die Integration von Flüchtlingen.
Fotos: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann

 
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