Schulmaterialien für Nepal

Frau Lackamp war in Nepal und berichtet von ihren Erfahrungen mit Land und Leuten.

An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich für Ihre und Eure Spenden bedanken. Ich hab ja im Sommer in der Friedensschule so viele Schulmaterialien bekommen, dass ich gar nicht alle mit nach Nepal nehmen konnte.

6 Wochen hab ich in Nepal verbracht und die wundervollen, freundlichen Menschen dort kennengelernt. Überall wurde ich sehr herzlich empfangen und obwohl man dort viel weniger verdient und besitzt als wir hier in Deutschland, erschien mir die Zufriedenheit größer als bei uns.

Ich habe ca. 4 Wochen bei 3 verschiedenen Familien gelebt. Das war möglich über die Plattform „workaway.com“, wo man für Kost und Logie arbeitet, also ein kultureller Austausch. 2 Wochen bin ich zwischendurch allein durch Nepal gereist, was  sehr unkompliziert war. Viele Menschen sprechen Englisch. An den Schulen wird schon im Kindergarten Englisch unterrichtet und fast alle Bücher sind in Englisch.

Viele setzen  Nepal mit dem  Himalaya gleich, aber dieser bedeckt nur ca. 1/3 des Landes. Ein weiteres Drittel sind Hügel und Berge ähnlich wie im Sauerland und ein anderes Drittel ist Flachland, bestehend aus Reisfeldern und Dörfern, sowie viel Dschungel. Ich hab versucht, mir alles anzuschauen.

Zuerst  war ich im 1. Projekt bei Bhim und seiner Familie mitten in den Reisfeldern. Bhim engagiert sich stark für die Chepang, eine indigene Minderheit, die in den Bergen unter sehr ärmlichen Bedingungen lebt. Jetzt im Winter versorgt er und seine Freunde mit Decken und warmer Kleidung, aber er hat auch ein Hospiz als Wohnheim für die Kinder  im Flachland um gebaut, damit sie dort die Schule besuchen können.  Leider war zu meiner Zeit Ferienzeit und so konnte ich dort die Schule und die Kinder nicht richtig kennenlernen, aber ich durfte  sehen, wie einfach sie leben.

Ich habe einen ganzen Koffer mit euren Spenden dort Bhim überreicht und die hat er den Kindern gegeben und mir berichtet, dass sie sehr glücklich darüber waren. Die andere Hälfte hab ich einem afrikanischen Projekt in Niger gespendet, das von dem SC Sprakel unterstützt wird. Die große Spenden- und Hilfsbereitschaft  an der Friedensschule hat mich sehr beeindruckt. Vielen herzlichen Dank an alle Unterstützer und Unterstützerinnen. Ich werde nun von hier aus dort mit Geld unterstützen, damit wenigstens genügend Reis und Decken gekauft werden können.

Meine weiteren Projekte führten mich zu einer Familie mit 9 Waisenkindern in der Nähe des Dschungels. Für die Kinder dort waren Elefanten auf der Straße ganz normal, aber ebenso auch nur ein einfaches Essen, bestehend aus Reis, linsen und ein wenig Gemüse aus dem eigenen Garten. „Dhal Bhat“ wurde morgens und abends gegessen und jede Süßigkeit war sehr begehrt.

Schließlich war ich noch in der Nähe von der Hauptstadt Kathmandu bei Bimal und seiner Familie, wo ich im 3. Stock des Schulgebäudes wohnte. Dort hab ich auch den Schulunterricht kennengelernt. Die Kinder dort kennen nur Frontalunterricht und Auswendiglernen, aber das machen sie meistens sehr engagiert und wie ihre Eltern, sind die meisten sehr fleißig.

Ich bin froh, dass ich das Land auch über das Leben mit und bei den Nepali kennenlernen durfte und kann nur raten, mal mit workaway die Welt zu er-fahren.

Angelika Lackamp