Internationale Klasse

Die Friedensschule ist bunt - Deutsch als Zweitsprache an der FSM

 

Eine Erfolgsgeschichte? Die Friedensschule steht schon seit vielen Jahren für Respekt und harmonisches Miteinander, viele Menschen aus den unterschiedlichsten Nationen der Welt kommen hier zusammen, lernen zusammen, leben zusammen. Die internationale KLasse ist ein Ort, an dem zugewanderte Lernende gemeinsam die deutsche Sprache die deutsche Kultur lernen.


Zur Geschichte… Es war zuerst nur eine Idee, doch aus dieser Idee entwickelte sich ein Konzept. "Wir sahen uns in der Pflicht", sagt der stellvertretende Schulleiter Christoph Feder und erinnert sich, es habe eigentlich keine große Diskussion um das Thema gegeben: "Es war klar, dass wir als katholische Gesamtschule den Menschen helfen müssen, welche neu in dieses Land migrieren", betont er. Der Vorstand setzte die Initiative, die Lehrerkonferenz befürwortete den Vorschlag und schon gingen die Planungen los. 2016 war es dann soweit: Lernende aus mehr als zehn verschiedenen Ländern bildeten die internationale Klasse. Jugendliche, die mit ihren Eltern aus europäischen Ländern zu uns kamen, aber auch Kinder, die vor Krieg und Verfolgung nach Deutschland geflohen waren. Damals noch unter der Lehraufsicht von Frau Sabine Yündem, lernten die Schüler erste Worte und Grammatik auf Deutsch. Alle saßen im gleichen Boot. Eine Gemeinschaft bildete sich.


Zur Umsetzung… Die internationale Klasse hat ihren eigenen Klassenraum, ihre eigenen vier Wände. Die Schülerinnen und Schüler haben ihren Klassenraum ganz nach ihren Wünschen und Ideen gestaltet. So bunt wie der Raum nun ist, so bunt, vielfältig und mehrsprachig sind auch die Lernenden. Alle Schülerinnen und Schüler kommen mit anderen Voraussetzungen nach Deutschland, manche sind noch nie zur Schule gegangen, können weder lesen noch schreiben, andere haben in ihren Heimatländern bereits Abschlüsse erworben. Die derzeitigen Lernenden, das sind 31 Schülerinnen und Schüler aus 15 verschiedenen Ländern, sind bereits in der Anschlussförderung und erhalten zwei bis vier Stunden in der Woche DaZ-Unterricht (Deutsch als Zweitsprache). In den übrigen Stunden besuchen sie ihre Regelklassen.
Der DaZ-Unterricht findet in Kleingruppen statt, so können die Schülerinnen und Schüler ihrem Sprachtalent entsprechend individuell gefördert werden. Im Fokus stehen die Einübung der deutschen Grammatik und Rechtschreibung, das Training von Vorlesen und Leseverstehen sowie das Führen interessanter Diskussionen zu schülerrelevanten Themen. Gearbeitet wird mit den Lehrwerken „Prima - Deutsch für Jugendliche“ aus dem Cornelsen Verlag. Auch durch auflockernde Sprachspiele, wie zum Beispiel „Tabu“, wird das Sprachvermögen der Lernenden spielerisch verbessert.


Nur Unterricht? Doch auch neben dem Regelunterricht haben die Lernenden schon viel miteinander erlebt. Bei verschiedenen Projekten, wie zum Beispiel einem Elternnachmittag, dem gemeinsamen kochen oder dem Besuch von Herr Bertram betonten und feierten sie ihre Heterogenität. "Wir sind alle verschieden und das ist auch gut so!"
Ein gelungenes Konzept? Abschließend stellt sich die Frage: Ist das Ganze denn nun ein gelungenes Konzept? Bei dieser Frage sind sich wohl alle Beteiligten der Antwort bewusst: Ja, das ist es, Integration auf der Friedensschule funktioniert sehr gut. Integration bedeutet nicht nur bei anderen in Ruhe zu leben, es bedeutet vielmehr mit anderen zusammen zu leben. Ein funktionierender Teil der Gesellschaft zu sein und genauso behandelt zu werden, wie jeder andere, das ist wahre Integration.
Nachdem ihre Vorgängerinnen Sabine Yündem und Svenja Thordsen die Schule verließen, übernahm Hannah Domke 2018 die Leitung.
Tobias Jander, überarbeitet von Hannah Domke